PENTHESILEA
von Heinrich von Kleist
Kooperation mit dem THEATER AFFEKT
Premiere: 8. Dezember 1994
Mit Johannes Herrschmann, Viola Morlinghaus, Thomas Müller, Ursula Ofner, Susann Schmuckert, Joey Zimmermann
Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüme: Christian Sedelmayer
Dramaturgie: Thomas Jonigk
Licht: Christian Maith
"Die Schauspieler wechseln bei offener Szene Kostüme und Rolle - und erstaunlicherweise nimmt man ihnen das sogar ab. Das liegt natürlich an ihrer Professionalität, die sich nicht darin erschöpft, daß etwa Thomas Müller nach dem Antilochus die fürsorgliche Prothoe mimt und Odysseus Johannes Herrschmann plötzlich laut Besetzungszettel "ein Mädchen" spielt und sofort den Gestus, die Mimik und das weiblich-weibische, zickig-zänkische Gehabe dieses Geschlechts annimmt... Eine "kleine" Off-Produktion, von der manches subventionierte Haus noch lernen könnte: Wie man mit wenig Aufwand, aber viel Phantasie und geistiger Investition Effekt machen kann."

Inge Bongers, SFB 3, 11.12.1994

FISCH
Eigenproduktion
Premiere: 26. Oktober 1994
Mit Dominik Bender, Oliver Masucci, Andrea Naurath, Elisabeth Zündel, Vilém Wagner
Regie: Antje Siebers
Bühne: Eva Kull
Kostüme: Angelika Margull
Licht: Urs Hildbrand
"Die Matthäuspassionsarie der Sterbeszene etwa amüsiert hier ebenso, wie die virtuos synchronisierte Geburts-TV-Show des lebensunwilligen Musikers begeistert. Insgesamt ist es ein Abend von oft überraschender dramaturgischer Phantasie, den man allerdings nicht in jedem Moment an dem Kunstanspruch der Vorlage messen sollte."

S.F., Berliner Morgenpost 28.10.1994

"Theater als Fortsetzung der Literatur mit anderen Mitteln gehört zu den Spezialitäten des Berliner Theaters zum westlichen Stadthirschen. Regisseurin Antje Siebers hat mit fünf Schauspielern eine Performance mit dem Titel "Fisch" als Kommentar zu Robert Schneiders vielbeachtetem Debütroman "Schlafes Bruder" entwickelt... Man muß den Roman nicht gelesen haben, um "Fisch" spannend zu finden.

Chris, Ruhr Nachrichten 4.11.1994

SILVI BLÜHT
Koproduktion mit der Gruppe LUBRICAT
Mit Silvia Kesselheim und Armin Dallapiccola
Premiere: 17.Juni 1994
Musik: Matthias Botsch
Bühne und Licht: Urs Hildbrand
Regie: Dirk Cieslak
"Stundenlang möchte man Silvia zuhören, mit ihr leiden und hassen, lachen, lästern, lieben. Faszinierend, wie sie ihr Leben in Worte gießt und nie die ironische Distanz verliert. Wie ihr Zwang zum Bekenntnis die Zuhörer in den Bann zieht. Die Lubricats spielen großes Theater. Wer Menschen liebt, muß sehen, wie "Silvi blüht"."

Thorsten Schmitz, die tageszeitung 23.6.1994

AUDIODRAMA
von Benoît Maubrey und Elisabeth Zündel nach Arvo Valton
Premiere: 11.Mai 1994
mit Oliver Masucci, Dirk Nolting, Andrea Ruppelt, Antje Siebers und den AudioBallerinas: Elisabeth Brodin, Sonja Herrmann, Isabelle Linden, Carla Lobos
Regie: Elisabeth Zündel
Audioregie: Benoît Maubrey
Bühne und Licht: Urs Hildbrand
Audiokostüme: Benoît Maubrey, Katja von der Bey
Bühnenkostüme: Angelika Margull
"Zum Schluß schleicht er vom Schlachtfeld wie ein gedemütigter Hund. Es ist ihm anzusehen, daß er sich nach all der Blamage am liebsten entmaterialisieren würde. Ein Verlierer. Ein Schauspieler mit Bühnenphobie. Ein menschliches Drama! Sehr erquicklich mithin für Außenstehende, also jene "vergnügungssüchtigen Primitivisten" im Dunkeln vor der Bühne. Wenn tatsächlich Primitivisten da waren, ist es schade um die Perlen, die geboten wurden. Denn selbst wenn sich die Aufführung manchen Hänger erlaubt, ist diese Koproduktion des (Sprech-) Theaters zum Westlichen Stadthirschen und der Tanz-Performancegruppe "Audioballerinas" überaus gelungen."

Petra Brändle, die tageszeitung 13.5.1994

Wolken. Heim.
von Elfriede Jelinek
Premiere: 17. Januar 1994
Mit Dominik Bender, Irmelin Beringer, Henning Bochert, Johannes Herrschmann, Johannes Hitzblech, Jörg Salden,
Elisabeth Zündel
Regie: Dieter Sudars
Bühne: Isolde Wittke
Kostüme: Johanna Vollhardt
Licht: Urs Hildbrand
"Jelineks eigentlich als Prosatext gedachtes Seelensammelsurium wurde 1988 uraufgeführt. Durch die politischen Veränderungen der letzten Jahre ist es aktueller den je. Ob die Bühne allerdings den richtigen Ort für diese Lesecollage abgibt, können auch die Stadthirschen mit ihrer phantasievollen und schlüssigen Umsetzung nur bedingt beweisen.

Gerd Hartmann, zitty 3/94

"Heidegger (der hinreißende Johannes Herrschmann) läuft wie ein Bäuerlein aus dem Schwarzwald mit Kniestrümpfen, Hitlerbärtchen und Nationalflagge auf dem grünen Hütchen herum. Im dunklen Wald wird mit Taschenlampen die deutsche Identität gesucht, doch wieder nur Hölderlin gefunden."

Hartmut Krug, Der Tagesspiegel 20.1.1994