FALTERFRAU
Eigenproduktion
Premiere: 26. Mai 1993
Mit Dominik Bender, Ingrid Fink und Elisabeth Zündel
Text, Regie: Ingrid Fink, Elisabeth Zündel
Bühne, Licht: Urs Hildbrand
Kostüme: Kathrin Bartsch
Dramaturgie: Susanne Raubold
"Nur einmal, in einem der schönsten Bilder dieser Aufführung, wird das deutlich. Die Insektenforscherin ist über die Kupferplatte gebeugt und phantasiert darauf die grotesken Gestalten eines Hieronymus Bosch. Und wie das Licht sich auf der Kupferplatte spiegelt und matt rötlich auf die Frauengestalt zurückgeworfen wird, da bekommt diese etwas Transzendentes, fast Überirdisches, als öffne die passionierte Beobachtung des unterirdischen Gewürms die Tür zu einer anderen Welt."

Simone Reber, SFB , 27.5.1993

"Von den beiden Darstellerinnen stammt nicht nur der Text, sondern auch die Regie und die strotzt nur so von witzigen Zeitbrüchen, die immer wieder auf das zeitlose und Utopische dieses Frauenlebens verwiesen."

Sabine Rutkowski, zitty 12/93

ELLA
von Herbert Achternbusch
Premiere: 24. März 1993
mit Johannes Herrschmann und Suse Mann
Regie: Dieter Sudars
Bühne: Isolde Wittke
Kostüme: Manfred Schneider
Licht: Urs Hildbrand
"In der facettenreichen Regie von Dieter Sudars und seiner Bühnenbildnerin Isolde Wittke entstand ein Vexierbild hart am Rande des pathologischen Gespaltenseins der Mitwirkenden...
Dem Monologisten (Johannes Herrschmann) hinter dem symbolischen Zaun aus Maschendraht gelingt das in einer imaginäre Zelle der Subkultur schier unmöglich Scheinende. Eine Darstellung des zufriedenen Schwankens zwischen quälenden Erinnerungen und dem nüchternen Bericht über Fakten...
Ansätze zu schwarzem Humor? Möglich. Zwischen krassem Realismus und surrealer Phantasie gelang der Truppe ein Höchstmaß an Verdeutlichung des im Grunde Unsäglichen menschlich-unmenschlicher Grenzsituationen."

Arnold Bauer, Berliner Morgenpost 26.3.1993

EASY LIVING
Koproduktion mit COLLEGE OF HEARTS
Premiere: 3. Dezember 1992
Mit Dominik Bender, Adriana Altaras, Marliese Sondermann, Susanne Betancor,
Wolfgang Böhmer, Klaus Wilmanns, Andreas Kohlmann
Regie: Rüdiger Bering, Antje Siebers, Dieter Sudars
Bühne und Kostüme: Isolde Wittke
Licht: Urs Hildbrand
"Easy Living besteht aus Momentaufnahmen aus dem Leben einer genialen Nervensäge. Zu fünfzig Prozent ist der Abend ein Konzert, aber beherrscht wird er von Dominik Bender als Johnny, der sich hier selbst übertrifft... Easy Living ist ein gelungenes Experiment, eine Synthese aus musikalischen und schauspielerischen Leistungen, die gemeinsam ein pralles Stück Leben erzeugen. So funktioniert also einer, der anders tickt als andere. - Die Hoffnung auf Abende wie diesen treibt mich immer wieder ins Theater..."

Sabine Rutkowski, zitty 1/93

"Easy Living", eine Jazz-Performance; "Burnout oder die Verweigerung des Hohen Cehs", ein Underdog-Blues; Die Nächte der Schwestern Bronte", eine kapriziöse kleine Nachtmusik: Drei Weltflucht- und Traumtanzgeschichten, erzählt vom Theater zum westlichen Stadthirschen, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiern konnte - in der unbeständigen Berliner Off-Szene eine beachtliche Überlebenszeit.
Ist es ein Zufall, daß die Helden der jüngsten Inszenierungen allesamt Abtrünnige und Eigenbrötler sind, Realtitätsdeserteure und Einbildungskünstler, Schneckenhäusler und Glasperlenspieler? Oder bestätigt sich hier, mit denen die "Schaubühne der Off-Szene" leben muß, seit sie sich mit ihren ersten Erfolgen den (Pflasterstein-)Sockel erspielte, auf dem majestätisch der Hirsch thront, das Wappentier der Gruppe: Sind die Stadthirschen eskapistisch, affirmativ, saturiert - mit einem Wort: etabliert? Die Stärke der Stadthirschen (der fabulöse Name ist so wenig greifbar wie die Mähne eines Einhorns) lag immer in der Erkundung selbstgestellter Themen, im Einkreisen durch Assoziation und Ausloten durch Improvisation, im Verstehen durch Erfinden. Spieltrieb und Formbewußtsein kamen hier zusammen - das fiel auf in der Szene, in der sich zu Beginn der achtziger Jahre ein privatistischer Betroffenheitsdilettantismus breitgemacht hatte. Was der "Hirsch" dem entgegenzusetzen hatte, war nicht grundsätzlich neu, es war nur ungleich besser."

Meike Scheffel "Neue Zeit" 9.12.1992

DIE NÄCHTE DER SCHWESTERN BRONTE (UA)
von Susanne Schneider
Premiere: 4. Juni 1992
Mit Ingrid Fink, Ingeborg Losch, Elisabeth Zündel und Martin Schurr
Regie: Susanne Schneider
Bühne: Urs Hildbrand
Kostüme: Barbara Rückert
"Susanne Schneider ist ein einfühlsames Porträt der drei phantasiebegabten Schwestern geglückt. Ihre unaufwendige Inszenierung, die von so viel Phantasie und Geschick im Umgang mit Mitteln des Theaters zeugt, stellt eine Sternstunde des freien Theaters dar."

Sandra Luzina, Der Tagesspiegel 7.6.1992

"Was kann man vom Theater besseres sagen, als daß es neugierig gemacht hat auf die dargestellten Personen. In diesem speziellen Fall ist es dem Stadthirschen wieder einmal gelungen, Aufmerksamkeit zu erregen für diese drei Schwestern."

Qpferdach, tip 18.6.1992

BURNOUT - die Verweigerung des hohen Cehs (UA)
von Oliver Bukowski
Premiere: 21. Mai 1992
Mit Werner Koller, Dominik Bender, Isabelle Ertmann, Roland Bohr, Gesine Danckwart,
Björn Fey, Nicole Lehmann, Klaus Wiesner, Bettina Zobel
Regie: Werner Gerber
Bühne: Martin Ostrowski
Kostüme: Adelheid Pohlmann, Suse Mann, Gabi Klinke
Choreographie: Suse Mann
"Werner Gebers Regie hält auf Tempo und überzeugt durch Witz. Werner Koller, Dominik Bender, und die komisch sehr begabte Isabelle Ertmann als Domühl, Golem und Ina machen den Versuch theatralisch sehenswert."

Ruprecht Kurzrock, Rias Berlin 22.5.1992

"Es gibt Schauspieler, die können die drögeste Kost zu wunderbaren Bühnenerlebnissen verzaubern. Dominik Bender und Werner Koller vom Theater zum westlichen Stadthirschen, aber auch Isabelle Ertmann sind solche Meisterköche."

Volker Oesterreich, Berliner Morgenpost 23.5.1992

DIE STUMMEN STÄDTE
Eigenproduktion, nach Motiven von Ray Bradbury
Premiere: 20. März 1992
Mit Ingrid Fink, Elisabeth Zündel, Dominik Bender, Martin Schurr und Thomas Wegel
Regie: Elisabeth Zündel
Bühne: Urs Hildbrand
Kostüme: Vera Rüdiger
Musik: Thomas Wegel
"Das Ensemble verwandelt die Erzählungen in sinnliches Theater. Für das faszinierend Unheimliche in den Texten haben die Schauspieler in jeder Szene eine eigene Spielweise entwickelt: vom "No-Theater" über Pantomime bis zum Slapstick bis zur Puppenbühne. .. Immer ist die Art der Darstellung angemessen fremd, kunsthaft, bisweilen sogar ins Virtuose gesteigert."

Thomas Oberender, Der Tagesspiegel 22.3.1992

"Wer also den beliebigen Geschichten sowieso nicht traut, Visionen überhören kann, der sollte sich "Die stummen Städte" ansehen, denn selten genug erlebt er im sogenannten "OFF" so gutes, sprachlich und spielerisch ausgebildetes Theater."

Mario Stumpfe, Neues Deutschland 22.2.1992